Alles vorbei bevor es begonnen hat?

Meine Probleme mit dem Tractus-Syndrom (Läufer-Knie) ziehen sich nun bereits seit 10 Wochen hin. Wie es bei Sehnenproblemen meistens der Fall ist, gleicht der Verlauf einer Achterbahnfahrt: der Schmerz kommt und geht, aber am Ende muss man vor Verzweiflung kotzen ;)

Bei mir war es so, dass ich immer wieder 2-3 Wochen schmerzfrei trainieren konnte, insbesondere nach der ersten Kortisonspritze meines Lebens, bevor sich wieder massive Schmerzen einstellten. Emotional waren die letzten Wochen für mich so unfassbar schwierig, da es immer wieder Grund zur Hoffnung gab, die kurze Zeit später aber vollkommen unverhofft zerstört wurde.

Was bedeutet Läuferknie?
Das Läuferknie ist ein durch Überlastung bedingter Reizzustand auf der Außenseite des Kniegelenkes. Die Betroffenen klagen häufig über Schmerzen des Kniegelenks, die typischerweise an der Außenseite und erst nach einer gewissen Zeit des Laufens auftreten. Gewöhnlich werden die Schmerzen während des Laufens immer stärker, sodass die Laufeinheit abgebrochen werden muss. Nach Beendigung des Laufens verschwinden die Schmerzen meist sehr rasch und treten gewöhnlich bei Alltagsbelastung nicht mehr auf. Sportarten wie Tennis, Fußball etc., die eigentlich das Kniegelenk erheblich stärker belasten, können meist problemlos ausgeübt werden. Nur selten finden sich eine Schwellung oder Überwärmung als Zeichen einer Gewebsentzündung.

Was sind die Ursachen für mein Läuferknie?
Bei der immer wiederkehrenden, gleichförmigen Bewegung beim Laufen muss sich meine Sehnenplatte (Tractus iliotibialis), die von der Hüfte kommend über Oberschenkel und Knie zur Außenseite des Schienbeinkopfes verläuft, tausendfach über den prominenten Außenrand des Kniegelenkes verschieben. Durch zu intensives Laufen, vielleicht auch als Spätfolge des Marathontrainings, kam es bei mir zu einer Reizung der Sehnenplatte, die chronisch wurde.

Absage der Bahnsaison
Auch wenn meine Form eigentlich recht gut ist, (vergangen Dienstag machte ich zum Beispiel 3x1000m in 2:48 mit 2min Pause  und 3x1500m in 4:12, 4:07 und 4:04 mit 5min Pause) ist die Bahnsaison für mich seit Anfang der Woche abgehakt. Langfristig entscheidend und für den Aufbau hinsichtlich EM 2016 zählt für mich nur die Ursache des Läuferknies zu erkennen und zu behandeln: Intensive, tägliche Dehnung dieser Muskeln, gezielte Physiotherapie und Krafttraining bei dem tollen Team von Trimedic in Karlsruhe, Elektrotherapie, physikalische Maßnahmen zur lokalen Stoffwechselanregung wie Eisbehandlung, Wechselbäder, Sauna, Wärmepackungen und Behandlung mit der Black Roll.

Darüber hinaus merke ich die ersten Erfolge durch die Behandlung mit Wobenzym, die mich glücklicherweise von nun an als Sponsor unterstützen, was mir in der schwierigen Situation wahnsinnig hilft. Aktuell treibe ich mich vor allem auf dem Alter-G Laufband, dem Crosstrainer, dem Rennrad und im Kraftraum rum und freue mich wahnsinnig auf die Zeit, in der ich wieder jeden Morgen aufstehen und einfach laufen kann.

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