I’m not done!

In den vergangenen Monaten der Verletzung kamen in mir immer wieder Zweifel auf, ob ich jemals wieder voll trainieren würde. Jeder einzelne Rückschlag nahm ein kleines Stückchen Hoffnung und Rückschläge erlebte ich ja mindestens einmal pro Woche. Zudem habe ich mir auch immer wieder die Frage gestellt, ob ich den Leistungssport noch zu 100% will oder doch vielleicht doch mit dem Erreichten zufrieden bin.

Anfang Juli entschied ich dann das Knie komplett zu entlasten, also drei Wochen gar nicht mehr zu laufen, Fahrrad zu fahren oder auf dem Crosstrainer zu trainieren. Stattdessen versuchte ich Kraulschwimmen zu lernen, da ich irgendwann vielleicht Triathlonwettkämpfe machen möchte. Mein Erfolg hierbei war extrem mäßig. Wasser ist absolut nicht mein Element und ich musste mich wirklich überwinden, um fünf bis sechs Mal die Woche ins Freibad zu fahren.

Während der drei Wochen entschied ich mich dazu noch eine letzte Alternativmeinung eines weiteren Physiotherapeuten einzuholen. Ohne Erfolg dieser Behandlung, hätte ich sehr wahrscheinlich eine ganz lange Pause machen müssen. Glücklicherweise konnte der Physio mit seiner Behandlung  (Mobilisierung des blockierten Wadenbeinköpfchens, das sich auch auf den Tractus auswirkt) sehr schnelle Erfolge erzielen. Daraufhin fing ich mit vorsichtigen Babybschritten wie 3×5 Minuten wieder an zu laufen und machte fleißig meine neuen Stabiübungen. Da die Probleme nicht wieder auftauchten, konnte ich den Laufumfang täglich steigern.

(Foto: Sabine Münch, Design: Markus Herkert)

Ich merkte schnell, dass ich noch motivierter bin als vor der Verletzung und in meinem Körper noch mehr steckt als das bisher Erreichte. Vor allem habe ich mehr Bock auf Wettkämpfe als jemals zuvor.

Mittlerweile bin ich schon wieder in der vierten Trainingswoche und konnte im Trainingslager im wunderschönen Ostallgäu mit meinen Teamkollegen Sebastian Reinwand und Julian Flügel 160 schmerzfreie Kilometer sammeln.Ich bin nun sehr optimistisch, dass ich bei den Deutschen Meisterschaften über 10km starten kann und freue mich tierisch darauf mit unserem Team alles für den ersten Mannschaftstitel zu geben.